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(Ältere Infos im Archiv) Dioxin in Futtermittel verunsichert Verbraucher/innen
VZ RLP 24.02.2011: Im Januar sorgte erneut ein Futtermittelskandal für Empörung und Verunsicherung bei den Verbrauchern. Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch aus Schleswig-Holstein hat über einen längeren Zeitraum mit Dioxin belastete Mischfettsäuren zu Futterfett verarbeitet. Insgesamt wurden bis zu 3000 Tonnen Futterfett an 25 verschiedene Futtermittelhersteller verkauft und gelangten schließlich an Landwirtschaftsbetriebe in fast alle Bundesländern.
Betroffen waren Geflügel-, Schweine- und Rinderhaltungsbetriebe. Wie viel dioxinbelastete Eier und Geflügelfleisch in den Handel gelangt ist, ist unklar. Die mit verdächtigen Mischfuttermitteln belieferten rund 5000 Landwirtschaftsbetriebe mussten nach und nach identifiziert und vorsorglich gesperrt werden. Die Betriebe werden von den Überwachungsbehörden erst freigegeben, wenn nachgewiesen ist, dass Eier und Fleisch keine erhöhten Dioxingehalte aufweisen. Bei drei Legehennenproben konnten zu hohe Dioxinwerte im Fettgewebe nachgewiesen werden. Bislang untersuchte Proben von Hähnchen sowie Mastputen wiesen keine Überschreitung des Höchstgehaltes an Dioxin von 2,0 Pikogramm / Gramm Fett auf.
Dioxine kommen überall in der Umwelt vor, daher lässt sich ein Übergang in die Nahrungskette nicht vollständig vermeiden. Menschen nehmen Dioxine hauptsächlich über tierische Lebensmittel auf: Fleisch, Fisch, Eier und Milch sowie die daraus hergestellten Produkte. Dioxine sind gesundheitsschädigende, zum Teil Krebs auslösende, fettlösliche Substanzen, die sich besonders im Fettgewebe von Menschen anreichern und im Körper schlecht abgebaut werden.
Der Gesetzgeber hat aus diesen Gründen Grenzwerte festgelegt, ab wann Lebensmittel nicht mehr in den Handel gelangen dürfen. Die Behörden müssen sicherstellen, dass das auch geschieht.
Darüber hinaus ist es sinnvoll, durch das eigene Ernährungsverhalten die Belastung mit Dioxinen so gering wie möglich zu halten. Insbesondere wird empfohlen den Verzehr von Fleisch und fettreichen tierischen Lebensmitteln zu reduzieren.
Chlorgeflügel aus den USA für Russlands Verbraucher/-innen
vzh 26.8.2010 – In den USA ist es zulässig, hygienisch belastetes Geflügel mit Chlor zu desinfizieren. Eine Anlage der Sanderson Farms Inc hat jetzt die Genehmigung erhalten, chlorierte Geflügelprodukte nach Russland zu liefern. Der Betrieb befindet sich in Collins im US-Bundesstaat Missouri. Zudem werde die Zertifizierung zweier weiterer Anlagen angestrebt, teilte der US-Geflügelfleischproduzent weiter mit. Allerdings scheine es so, dass Russland immer nur einen Betrieb nach dem anderen genehmige, um das Volumen der Geflügelfleischimporte zu steuern. Nach Beendigung des Handelsstreits zwischen den USA und Russland um Chlorgeflügel haben die russischen Behörden der Mitteilung zufolge bislang zehn Anlagen in den USA die Genehmigung zur Aufnahme von Exporten erteilt. Chairman and CEO Joe F. Sanderson Jr. wies darauf hin, dass die russische Nachfrage nach Aufhebung des Importverbots spektakulär sei. Es sei davon auszugehen, dass sich nun die Preise für das von Russland bevorzugte dunkle Fleisch wieder erholten. Die Europäische Gemeinschaft hat sich bisher erfolgreich gegen Importe von gechlortem Geflügel aus den USA gewehrt und wird dabei von den Verbraucherverbänden unterstützt.
Quelle: EPEGA-Presse-News-65 KW 34 2010
Chicken-Nuggets: Öko-Test bemängelt Produktqualität von panierten Hähnchenhappen
vzh 7/2010: Ob „Chicken Nuggets“, „Geflügelstäbchen“, „Hähnchen Snacks“ oder „Chicken Chips“: Die panierten Hähnchenhappen sind nicht nur bei Kindern sehr beliebt. Das Öko-Test-Magazin hat in seiner Ausgabe Juli 2010 zwölf Tiefkühl-Angebote von panierten Hähnchenstücken untersucht. Einige Produkte stellten sich als fettreiche Kalorienbomben aus geschmacklich aufgepepptem Formfleisch heraus. In einer Probe wurden Spuren von gentechnisch veränderter Soja festgestellt. Hygienisch waren alle Produkte aber einwandfrei.
Der Test zeigt, dass das eigentlich fettarme Hähnchenfleisch durch eine dicke Panade zur Fett- und Kalorienbombe wird. Der Anteil der Panade liegt bei der Hälfte der untersuchten Produkte bei 30 % bis über 40 % des gesamten Nuggets. Beim Braten und Frittieren saugt die schon fette Panade der vorgebratenen Produkte nochmals Fett auf.
Viele Anbieter werben damit, nur bestes Hähnchenfleisch zu verwenden. Einige Hersteller greifen aber statt zur Hähnchenbrust nur zu billigem Formfleisch, das aus Hähnchenfleischstücken zusammengefügt wurde. Die Fleischstücke werden in großen maschinellen Trommeln mit Wasser und Gewürzen weich geschleudert. Durch die Verarbeitung tritt Geflügeleiweiß aus und verklebt Fleischstücke, Wasser und Gewürze zu einer homogenen Masse. Das Endprodukt wird als Formfleisch bezeichnet. Für Verbraucher ist es nur an dem Zusatz zum Produktnamen „Hähnchenfleisch, zerkleinert und zusammengefügt" zu erkennen. Im Test taucht diese vorgeschriebene Verkehrsbezeichnung bei zwei Produkten nur in der Zutatenliste statt auf der Vorderseite der Verpackung auf.
Statt mit Eigengeschmack zu glänzen werden viele Produkte mit Aromen oder geschmacksverstärkenden Zusätzen aufgepeppt. Beliebt sind Würze, die aus aufgespaltenem Pflanzeneiweiß besteht und Glutamat enthält sowie Hefeextrakt.
Zudem ist das Geflügelfleisch meist weit gereist, die Herkunft für Verbraucher aber nicht erkennbar. Elf von zwölf Anbietern beziehen ihr Geflügelfleisch teilweise oder ganz aus Brasilien. Das bleibt aber für Verbraucher im Dunkeln, denn bei verarbeitetem Fleisch und Geflügel wird die Herkunft nicht gekennzeichnet. Die deutsche Adresse des Verarbeitungsbetriebes auf der Verpackung gaukelt eine deutsche Herkunft vor.
Chicken Nuggets selbst gemacht geht ganz leicht: Hähnchenbrust in Stücke schneiden, würzen, panieren und braten.
Quelle: ÖKO-TEST 7/2010
Gewürztes Geflügelfleisch muss frisch sein!
vzh 6/2010 - Pünktlich zum Start der Grillsaison trat ab 1. Mai 2010 die Änderung der Europäischen Vermarktungsnormen für verarbeitetes Geflügelfleisch in Kraft. Nach der Neuregelung dürfen Geflügelfleischzubereitungen wie marinierte Hähnchenbrustfilets, die in frischem Angebotszustand vermarktet werden, nur noch aus frischem Geflügelfleisch bestehen. Das Fleisch darf zu keinem Zeitpunkt zuvor gefroren oder tiefgefroren gewesen sein. Die Verwendung von eingeführtem und häufig tiefgefrorenem Geflügelfleisch, das anschließend aufgetaut, weiterverarbeitet und als „frisch“ vermarktet wird, ist daher nicht mehr zulässig. Tiefgefrorenes Geflügelfleisch darf nur noch für tiefgefroren angebotene Verarbeitungsprodukte verwendet werden. Die Regelung gilt für Geflügelfleischerzeugnisse wie z.B. „marinierte Hähnchenbrust“ oder „panierte Hähnchenschnitzel“.
Quelle: www.bmelv.de
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