Öko-Test beanstandet bakterielle Belastung und Rückstände von Antibiotika in Hähnchenbrustfilets. 18 frische oder tiefgefrorene Hähnchenbrüste hatte Öko-Test auf verschiedene Bakterien und Antibiotika untersuchen lassen. Nur zwei wurden als "gut" bewertet und knapp ein Drittel sogar als "mangelhaft" oder "ungenügend".
Bei 12 Proben wurden erhöhte Keimzahlen nachgewiesen. Die starke Bakterienbelastung weist auf mangelhafte Hygiene oder unsachgemäße Lagerungsbedingungen hin.
Viermal wurden Antibiotikarückstände nachgewiesen - und zwar aus einer Stoffgruppe, die auch bei Menschen zur Behandlung schwerer Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Unvorstellbarer Weise werden mit diesen Antibiotika viel zu oft ganze Geflügelherden behandelt, um der Ausbreitung von Krankheiten vorzubeugen.
Ebenfalls erschreckend: Alle untersuchten Proben enthielten antibiotikaresistente Keime, auch die beiden Bio-Hähnchenfilets.
Dies muss nicht bedeuten, dass in jedem Fall Antibiotika eingesetzt wurden. Aber die verbreiteten Resistenzen sind das alarmierende Resultat eines übermäßigen Einsatzes von Antibiotika sowohl in der Tierhaltung wie auch in der Humanmedizin. In beiden Bereichen ist ein Umdenken dringend erforderlich.
Diese Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr, dass im Umgang mit Geflügelfleisch penibel auf Hygiene geachtet werden muss: Wenn Sie das Fleisch gut durchgaren, machen Sie den Bakterien den Garaus.
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Quelle: ÖKO-TEST 9/2003
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